Die 5 Pflicht-Messungen in jedem Messprotokoll
DIN VDE 0100-600 schreibt für die Erstprüfung und Wiederholungsprüfung folgende Messungen zwingend vor:
- Niederohmmessung des Schutzleiters (RPE ≤ 0,3 Ω bei Geräten, ≤ 1 Ω bei Anlagen)
- Isolationswiderstand RISO (≥ 1 MΩ bei 500 V Prüfspannung, Endstromkreise)
- Schleifenimpedanz Zs (muss Abschaltbedingung erfüllen)
- RCD-Prüfung: Auslösestrom IΔN und Auslösezeit tA (< 300 ms bei 1×IΔN)
- Drehfeldrichtung bei Drehstromkreisen (rechts drehend)
Grenzwerte im Überblick
Die Norm legt klare Grenzwerte fest. Wird einer überschritten, gilt die Anlage als mangelhaft und muss instandgesetzt werden, bevor sie in Betrieb gehen darf.
- Schutzleiterwiderstand: ≤ 0,3 Ω bei ortsveränderlichen Geräten
- Isolationswiderstand 230/400 V: ≥ 1,0 MΩ
- Isolationswiderstand SELV/PELV: ≥ 0,5 MΩ
- RCD 30 mA: Auslösung bei 15–30 mA in < 300 ms
- Berührungsspannung UB: ≤ 50 V AC (≤ 25 V in besonderen Bereichen)
Häufige Fehler im Messprotokoll
Die meisten Beanstandungen entstehen nicht durch falsche Messungen, sondern durch unvollständige Doku. Typische Fehler:
- Messgerät ohne aktuelles Kalibrierdatum eingetragen
- Fehlende Prüfspannung beim Isolationswiderstand
- RCD-Typ (AC, A, B) nicht spezifiziert
- Keine Sichtprüfung dokumentiert
- Unterschrift der Elektrofachkraft vergessen
Digitale Messprotokolle – Messgerät direkt anbinden
Moderne Prüfgeräte (Gossen Metrawatt, Fluke, Benning) übertragen Messwerte per Bluetooth oder USB direkt in die App. Das spart nicht nur das Abtippen, sondern eliminiert auch Übertragungsfehler – einer der häufigsten Mangelgründe bei Audits.


